Wenn Gotteshäuser brennen...

 

Am 9. November 1938 standen im ganzen deutschen Reich Synagogen, jüdische Häuser und Geschäfte in Flammen. Die Fensterscheiben der Wohnungen von jüdischen Familien wurden eingeworfen, Menschen wurden in Angst versetzt. Dieser Novemberabend ging in die deutsche Geschichte als sogenannte „Reichspogromnacht" oder „Reichskristallnacht" ein. Diese Vorkommnisse fanden in ganz Deutschland statt, überall zogen SA- und SS-Leute sowie Hitlerjugendliche durch die Straßen. Von den Machthabern wurde zunächst die Verantwortung an den Vorfällen geleugnet, allerdings waren diese Gewalttaten zu gut organisiert, um „bloß" die Wutausbrüche einzelner Bürger zu sein.

Schon vor der Reichspogromnacht wurden jüdische Geschäfte boykottiert, jüdische Menschen diskriminiert und in Lager verschleppt. Aber der 9. November zeigte, wie sicher sich die Machthaber zu jenem Zeitpunkt fühlten – vor sporadischen Übergriffen konnten viele Deutsche noch die Augen verschließen, von diesen Synagogenbränden mussten die meisten Menschen einfach Notiz nehmen. Die Rechnung Hitlers und seiner Helfer ging auf, der Großteil der Bevölkerung wehrte sich nicht, sondern klatschte vielmehr Beifall.

Darauf war nämlich dieses System größtenteils angelegt: einzelne Menschen hielten still, um selbst verschont zu bleiben. Die Nazis traten geschlossener und besser organisiert auf. Und das gleiche Prinzip gilt auch jetzt noch: ein mickriger, feiger kleiner Rechter hält die Klappe, wenn er allein ist. Aber mit mehreren, da ist er natürlich stark... Ich möchte jetzt keine Appelle schreiben, die ihr auch schon in ähnlicher Form x-mal gelesen habt, ich wollte nur sagen: Denkt einfach mal dran. 

Valeska